Erkennungs- und
Erinnerungsstücke einzelner Familien
in
unseren Familien besitzen mehre Personen zuhause kleine
Devotionalien, die andere aus der Familie in gleicher Aufführung
besitzen. Diese wurden von bestimmten Familienmitgliedern
handwerklich einzeln gefertigt und zu Weihnachten, Geburtstagen oder
anderen Anlässen seinerzeit von ihnen an nähere Verwandte
verschenkt. Da diese dann später an Kinder oder Enkel weitergegeben
wurden, tauchen sie immer wieder in den Familien auf,, ohne dass die
jetzigen Besitzer ihre eigentliche Herkunft kennen. Sie wurden von
diesen oft als käufliche Handelware betrachtet und teilweise auch
später deshalb entsorgt. Die Stücke stammen aus der Zeit nach dem 1.
und 2. Weltkrieg und den dann folgenden Wirtschaftskrisen und
Wiederaufbauphasen als Geld knapp oder nicht vorhanden war.
In den Familien gab es
einige begabte Handwerker, die diese kleinen Geschenke fertigten.
Sowohl in der Familie Meier, Bergmann und Krone gab es diese.
In
der Familie Meier war es vor allem Otto Meier, der viele oft sehr
unterschiedliche Geschenke anfertigte. Onkel otte war
Schlossermeister hatte zeitweilig eine Schlosserei und eine
Eisenwahrenhandlung. Von ihm sind einige Stücke erhalten geblieben,
die er verschenkte und die ich selbst in gleicher oder leicht
abgewandelter form bei andern Familienmitgliedern gesehen habe. Er
hatte ein Herz für Kinder und baute für diese gerne etwas. In den
20er Jahren hatte er Flugzeugpropeller aus Holz für Flugzeuge
gefertigt. Ein Kronleuchter auf der Basis eines 3 blättrigen
Propellers hing in seinem Esszimmer an der Decke über dem großen
Esstisch bestückt mit uralten Kohlefadenglühbirnen. Sie hatten noch
den spitzen Luftziehnippel oben auf der Glühbirne und waren mit
Wotanlampen bedruckt.
Brieföffner aus einem
Granatsplitter des ersten Weltkrieges (Aus sehr gutem Stahl)
Eine
Balkenwaage für den Kaufmannsladen seines Neffen Gerhard Meier (um
1925)
2
Korkenzieher für Weinflaschen
Auch
dies kleine Katze stammt aus der Herstellung von Otto Meier
In
Der Familie Bergmann existieren bei mehren Familien aus Messing
getriebene Aschenbecher mit 3 Füssen aus angelöteten großen Kugeln
aus einem Kugellager. Diese waren z.B. bei meiner Oma Bergmann, bei
meinen Eltern und bei Tante Helga Jung vorhanden. Wer sie
hergestellt hat, ist leider nicht bekannt.
Anfangs der 50er Jahre fertigten Gerhard Krone und Gerhard Meier aus
Weißblech von Konservendosen und eckig geklopften Drähten
Modellbahnlokomotiven und Waggons im Maßstab HO. Beide waren kurze
Zeit arbeitslos. Der eine GHerhard war mit seiner Familie aus der
DDR geflohen und der andere Gerhard suchte eine neue Arbeit in
Berlin, da sein eigentlichen Kenntnisse in der Radartechnik für
Deutsche verboten waren. Da Gerhard Krone zuvor in einem Reichsbahn-
Ausbesserungswerk als Maschinenbauingenieur tätig war, verfügte er
über grundsätzliche Kenntnisse und Pläne der gebauten Fahrzeuge und
Gerhard Meier war als Rundfunk- und Fernmeldeingenieur die
Feinmechanik und den Umgang mit dem Lötkolben gewohnt. Elke
Böckhorst hat einen Teil der von ihrem Vater gebauten Fahrzeuge in
ihrem Keller der Teil meines Vaters befand sich bei meinem Bruder
und dürfte jetzt bei Sandra Meier auf dem Dachboden liegen. Ein
Om-Wagen mit Federpuffern war auf einer unserer Modellbahn länger im
Einsatz. Das Oberteil einer Br 44 mit zu öffnender Feuerklappe im
Führerhaus war auch vorhanden. Ein Zylinder mit Heusingersteuerung
war fertig, der andere in arbeit. Mein Vater fand dann eine Arbeit
und die Teile schlummerten in Schachteln.